Stifterollen sind eine lässige Möglichkeit, um mehrere Schreibgeräte gleichzeitig zu transportieren. Gerade wenn man sich morgens nicht für nur einen oder zwei Füller entscheiden kann, bevor man das Haus verlässt, wird man die Platzkapazität zu schätzen wissen. Diese Woche ist bei mir eine Stifterolle von Gusti Leder eingezogen. Die Firma ist zugleich bekannt für ihre fairen Preise. Grund genug, sich etwas genauer anzuschauen, ob sich der Kauf lohnt.

Zum Hersteller

Gusti Leder ist in Rostock ansässig und produziert verschiedenste Lederwaren: Taschen, Rucksäcke, Reisegepäck, aber auch kleinere Accessoires wie eben Stifterollen. Dem Logo entsprechend bietet Gusti Leder zu 90 Prozent Waren aus Ziegenleder an. Die übrigen zehn Prozent entfallen auf Rindsleder.

Die nonchalante Marke zeichnet sich durch recht niedrige Preise aus, die laut eigener Aussage durch eine Produktion ohne Zwischenhändler und Vermeidung unnötiger Transportkosten möglich ist. Gusti Leder legt zudem Wert auf Transparenz, was die Herstellung der Produkte und Arbeitsbedingungen geht. So führt das Unternehmen in den jeweiligen Produktionsstätten (etwa in Indien) vor Ort Besuche durch und stellt selbst sicher, dass es beispielsweise keine Kinderarbeit gibt und die jeweiligen Arbeitsbedingungen fair sind.

Einen guten Überblick über das Produktsortiment und Gusti Leder als Hersteller bekommt man auf der Homepage.

Auspacken

Ich habe die Stifterolle direkt vor Ort in der Rostocker Filiale gekauft, als ich zufällig in der Gegend war. Anstelle einer handelsüblichen Tüte bekommt man einen leichten Beutel mit. Das mit der Nonchalance scheint also zu stimmen.

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Aber am interessantesten ist natürlich der Inhalt.

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Im Inneren der Rolle findet man beim Auspacken neben dem Produktschild ein Informationsblatt und ein kurzes Anschreiben eines indischen Mitarbeiters der Produktionsfirma, die für Gusti Leder arbeitet. Von diesen Schreiben gibt es verschiedene Varianten, letztlich wird nicht jeder Brief einzeln und individuell geschrieben (was man auch nicht erwarten kann). Dies wurde einmal in einer Amazon-Rezension bemängelt; der Geschäftsführer selbst hat hierauf geantwortet, dass mehrere Briefe tatsächlich von den Produzentenfamilien geschrieben und dann entsprechend vervielfältigt würden. Ziel dieser Briefe sei es, den Kunden „ein Stück der Wertarbeit der Produzentenfamilien an unsere Kunden weiterzugeben“.

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Erster Eindruck

Die Stifterolle duftet – wie das Ladengeschäft in Rostock – intensiv nach Leder. Sie macht einen angenehmen Eindruck und fühlt sich ebenso angenehm an. Da ich bereits eine A4-Hülle für Schreibblöcke von Gusti Leder besitze, wusste ich in etwa, was mich erwarten würde.

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Aussehen, Verarbeitung und Qualität

Die Gusti-Stifterolle besitzt fünf verschiedene Fächer, die unterschiedlich breit sind. In ihr lässt sich also eine Vielzahl an Schreibgeräten (oder anderen kleinen Dingen wie Ladekabeln, Klebenzetteln, Bankkarten etc.) unterbringen. Ein Montblanc Meisterstück LeGrand (146) findet ohne Probleme in der Rolle Platz, ohne zu lang zu sein.

Die Farbe kann am besten als mittelbraunen Lederton beschrieben werden – nicht zu hell und cognacfarben, jedoch auch nicht zu dunkel. Dennoch kann der exakte Lederton von Rolle zu Rolle unterschiedlich ausfallen; letztlich ist Leder halt ein Naturprodukt. Bei dem Leder handelt es sich um Ziegenleder, das Innenleben besteht aus Baumwollfutter.

Dennoch ist diese „Diversität“ recht typisch für Produkte der Firma Gusti Leder: So ist mir im Geschäft aufgefallen, dass das aufgenähte Gusti-Leder-Logo bei den Stifterollen nicht immer identisch positioniert wurde, sondern mal etwas weiter oben oder links sitzt und manchmal – so auch bei meiner Stifterolle – minimal schief aufgebracht wurde. Das gleiche kann übrigens für die Nähte und den genauen Farbton des Baumwollfutters gelten. Dieser Punkt wird hin und wieder in verschiedenen Rezensionen bemängelt, ein wirklicher Nachteil ist das aber nicht. Wer  ein hundertprozentig perfektes Produkt sucht, bei dem das eine nicht von dem anderen unterschieden werden kann, der sollte vermutlich zu einer anderen Stifterolle greifen.

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Ansonsten gibt es an der Verarbeitung nichts auszusetzen. Diese ist gut, die Stifterolle macht einen soliden und zuverlässigen Eindruck und fasst sich toll an. In puncto Optik hätte das rechte Schild im Inneren jedoch gut und gerne etwas kleiner ausfallen dürfen.

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Sehr gut funktioniert auch das Zusammenrollen: Wenn man das Band um die zusammengerollte Stifterolle wickelt, dann wird diese anstandslos und zuverlässig zusammengehalten. Es ist kein Zusammenknoten oder Ineinanderfriemeln erforderlich.

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Je nach der Anzahl der in ihr aufbewahrten Stifte ist die Rolle mal mehr, mal weniger dick.

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Preis und Verfügbarkeit

Die Stifterolle kostet bei Amazon knapp 29 Euro (hier der Link). Im Ladengeschäft vor Ort – Filialen sind in Berlin, Rostock und Hamburg zu finden – und direkt auf der Homepage von Gusti Leder (hier fallen noch Versandkosten an) liegt die Rolle bei 23,90 Euro. Für das, was man geboten bekommt, ist das ein wirklich fairer Preis.

Die Verfügbarkeit dürfte also keine Probleme bereiten.

Zusammenfassung

Die Stifterolle „Benjamin“ macht Spaß. Schon lange habe ich nach einer preiswerten, aber optisch ansprechenden Möglichkeit gesucht, mehrere Schreibgeräte mitnehmen zu können. Die Verarbeitung ist nicht bis auf den letzten Millimeter perfekt, dafür aber charmant. Letztlich sieht auch nicht jeder handgeschriebene Buchstabe genau gleich aus. Vor allem – und darauf kommt es im Grunde an – scheint die Robustheit der Stifterolle hierunter nicht zu leiden. Wer mit dieser etwas lässigeren Fertigungsqualität leben kann, der bekommt mit „Benjamin“ eine wirklich tolle Stifterolle zu einem unschlagbaren Preis.


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