Keine Limited Edition, keine Supertinte von Übersee, kein exotischer Farbton. Die Pelikan 4001 Königsblau Tinte bekommt man selbst in kleinstädtischen Schreibwarenläden. Und dennoch weiß diese Tinte zu überzeugen.

Doch fangen wir erst einmal ein Stück weiter vorne an. Königsblau. Was genau verbirgt sich eigentlich hinter Königsblau?Der Begriff selbst kommt aus der Ära des französischen Absolutismus im 17. Jahrhundert und fällt auf die Uniformen und Gewände zurück, die seit der Herrschaft Ludwigs XIV. in einem markanten Blauton getragen wurden. Genormt ist Königsblau jedoch nicht. Gemeinhin wird Königsblau als ein kräftiges, leuchtendes Blau oder sogar als Hellblau verstanden – so definiert es unter anderem auch der Duden.

Zurück zur Tinte – Für diese Review habe ich einen Pelikan M605 mit M-Feder und einen blauen Oxford-Block mit 90g/m² benutzt.

Verpackung und Auftritt

Die Verpackung der Pelikan 4001 Königsblau Tinte fällt recht simpel, aber dennoch gefällig aus. Der Auftritt kommt weder luxuriös (das will die Tinte wohl auch nicht sein) noch billig anmutend daher. Die Tinte wird in Echtglas geliefert.

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Preis und Verfügbarkeit

Ein 30-ml-Glas des Pelikan 4001 Königsblau kostet 4,00 bis 4,50 Euro und ist damit ziemlich preiswert. Während 10 ml hier 1,30 bis 1,50 Euro kosten, liegt die vergleichbare Menge bei Montblanc 3,00 Euro, bei Diamine bei ca. 2,00 Euro. 10 ml Pilot Iroshizuku liegen bei roundabout 3,80 Euro.

Die Verfügbarkeit der Tinte ist als sehr gut zu bezeichnen. Während es für exotische Tinten  mitunter nur wenige Bezugsquellen gibt, punktet hier der Allerweltscharakter des Pelikan 4001 Königsblau. Wenn ein Schreibwarenladen nur eine Sorte Fasstinte anbietet, dann wird es vermutlich diese sein.

Die Tinte: Farbe, Aussehen und Shading

Kommen wir zum wichtigsten Teil: der Tinte selbst. Das Pelikan 4001 Königsblau ist ein recht dunkles Blau, gerade wenn man sich vor Augen hält, dass Königsblau eigentlich als leuchtendes Blau bzw. Hellblau beschrieben wird.

Dennoch handelt es sich um einen sehr angenehmen Farbton. Das Blau ist weder so hell, dass es an vergangene Schulzeiten erinnert noch ist es so dunkel, dass man es mit Schwarz verwechseln könnte. Mit anderen Worten: Die Tinte ist zurückhaltend, aber sehr gefällig und eignet sich damit hervorragend als Alltagstinte oder Tinte fürs Büro, wenn dort ausgefallene Schreibfarben fehl am Platz sind.

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Die Tinte hat auch ein schönes Shading, welches sich auf den Fotos gut erkennen lässt. In echt ist das Shading vielleicht ein bisschen weniger auffällig auf es als auf den Fotos rüberkommt.

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Wenn man sich den Vergleich zu den anderen beiden Tinten anschaut, sieht man, dass das Montblanc Königsblau („Royal Blue“) deutlich farbintensiver ist und der Definition eines Königsblau näher kommt. Das 4001 Königsblau ist hier nicht unbedingt dunkler, sondern schlicht weniger kräftig.

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Insgesamt ergibt das Königsblau ein stimmiges Gesamtbild. Da es recht dunkel ist, lässt es sich ohne Probleme lesen.

Tintenfluss und Trockenzeit

Am Tintenfluss gibt es nichts zu bemängeln. Die Tinte legt sich sehr angenehm auf’s Papier.

Die Trockenzeit scheint nicht rekordverdächtig zu sein. Da ich jedoch recht kraftvoll über die Tinte gewischt und mittlerweile mehrere Kolben mit dem Pelikan 4001 Königsblau geschrieben habe, kann ich sagen, dass sich trotzdem recht zügig mit der Tinte arbeiten lässt und es keinerlei Einschränkungen aufgrund langsamen Trocknens gibt.

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Zusammenfassung

Das Pelikan 4001 Königsblau ist eine unkomplizierte Tinte, die sich nicht zuletzt aufgrund des günstigen Preises und des dezenten Farbtons hervorragend als Standard- oder Alltagstinte eignet. Das 4001 Königsblau ist nicht laut und fällt nicht aus der Reihe, bietet aber trotzdem einen angenehmen Farbton und ein gutes Shading.

Wer diese Tinte bisher noch nicht ausprobiert hat, kann sich ja einfach mal im Schreibwarenladen vor Ort umschauen. ;-)


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