Das japanische Schreibwaren-Unternehmen Midori gibt es bereits seit 1950. Ursprünglich wurde das Traveler’s Notebook als Reisetagebuch hergestellt, damit Reisende unterwegs ihre Eindrücke und Erlebnisse festhalten können. Aufgrund der zahlreichen Einlagen eignet sich das Midori Traveler’s Notebook jedoch auch als Kalendersystem. Im Gegensatz zu den meisten anderen Notizbüchern und Kalendern ist das Traveler’s Notebook betont lässig und minimalistisch.

Auspacken

Nachdem die erste Papierschicht entfernt ist, offenbart sich bereits, dass es sich um die Blue Edition handelt.

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Beim Auspacken steigt die Vorfreude, da Midori schon den Umkarton mit der Traveler’s-Notebook-typischen Gummischlaufe ausgestattet hat.

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Erster Eindruck

Schon die Verpackung des Traveler’s Notebook macht einen hochwertigen Eindruck. Wie das Notizbuch selbst wurden sämtliche Verpackungsmaterialien schlicht – nein – minimalistisch gehalten. Der Hersteller gibt hierzu an, dass das Traveler’s Notebook deshalb so minimalistisch ist, damit es nach Lust und Laune personalisiert werden kann.

Wenn man das Notebook zum ersten Mal in der Hand hält, fällt einem zunächst die schlanke und hohe Form auf, die recht untypisch für Notizbücher ist. Das Traveler’s Notebook riecht intensiv, aber sehr angenehm nach Leder. Der Blauton wirkt dunkel.

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Wenn man nur das Traveler’s Notebook ohne weitere Einlagen bestellt, werden neben der Stoffhülle (01) und dem Notizbuch selbst (02) eine Blanko-Einlage (03) sowie ein Ersatz-Gummiband (04) geliefert.

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Da ich das Traveler’s Notebook als Kalender und Notizbuch für private sowie berufliche Eintragungen nutzen möchte, habe ich den 28-wöchigen Blanko-Kalender #019 mitbestellt (ein Kalender für 2016 lohnt von Oktober bis Dezember einfach nicht mehr), der auf der linken Seite eine Woche darstellt und auf der rechten Seite Platz für Notizen bietet. Um Privates und Berufliches zu trennen, habe ich zudem ein zweites Notizbuch (#001) gekauft.

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Aussehen und Verarbeitung

Ich komme gleich zum Punkt: Das Traveler’s Notebook ist eine Wucht! Ich ertappe mich andauernd dabei, wie ich es in die Hände nehmen und befühlen muss. Das Leder des Traveler’s Notebook ist sehr weich und biegsam. Es heißt, dass es mit der Zeit noch weicher werden soll. Aufgrund dieser weichen Beschaffenheit dürften sich rasch Patina bilden, was von Midori beabsichtigt ist. Während die Außenseite des Notebooks glatt ist, ist die innere Seite rau und unbehandelt. Sämtliche Notizbücher werden in Chiang Mai im Norden Thailands in Handarbeit gefertigt. Da die Einlagen hinter die Gummischlaufe geklemmt werden, bleibt das Notebook dann angenehm flach, wenn man es mit mehreren Einlagen befüllt.

Von der minimalistischen Machart darf man sich keineswegs täuschen lassen: Das Traveler’s Notebook ist sehr hochwertig verarbeitet. Das Notebook wird damit beworben, einem einen lebenslangen Dienst zu erweisen. Dem Leder ist eine solche Lebensdauer durchaus zuzutrauen. Als Zubehör bietet Midori unter anderem die Gummibänder samt Plombe an; die Bänder werden wohl nach einigen Jahren ersetzt werden müssen. Wir werden sehen.

Das Blau ist übrigens sehr dunkel, aber ein gelungener Farbton und eine gute Alternative zu den bisher erhältlichen Brauntönen und dem schwarzen Traveler’s Notebook. Im Dunklen wirkt es beinah schwarz. Es ist auf jeden Fall dezent genug, um immer eine gute Figur zu machen. Satt sehen kann man sich wohl nicht an der Blue Edition.

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Links ein Filofax Holborn Compact (Personal-Abmessungen), rechts das Midori Traveler’s Notebook:

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Funktionsweise und System

Im Grunde ist das Traveler’s Notebook nichts weiter als eine Ledermappe, die zwei Gummischlaufen besitzt: die eine zum Schließen des Notebooks, die andere zum Befestigen der Notizbücher. Zudem hat Midori dem Traveler’s Notebook eine loses Lederband spendiert, um eine Seite oder den aktuellen Kalendertag sofort finden zu können. Während das Gummiband zum Schließen lediglich verknotet ist, sind die inneren Bänder durch eine Plombe befestigt.

Zur Funktionsweise lässt sich sagen, dass das Traveler’s Notebook extrem lässig ist. Die Möglichkeit, mehrere Notizbücher im Traveler’s Notebook mit sich zu führen, ist schlicht genial: Man wählt zwar einige Notizbücher für seinen persönlichen Bedarf aus, muss sich aber keine weiteren Gedanken um die Sortierung oder ähnliches machen. Ein Filofax dagegen ist mit der Möglichkeit, über jedes einzelne Blatt herrschen zu können, schon fast neurotisch. Letztlich kommt es aber auf die Präferenzen an, die man hat. Ich habe zwar meine Vorstellungen, was ich alles in meinem Notizbuch haben will, möchte mich aber um alles Weitere nicht kümmern, weil ich keine Lust habe, das Planen zu planen. Dafür scheint das Traveler’s Notebook  perfekt zu sein. Letztlich ist dies aber Geschmackssache.

Einlagen gibt es für jeden Geschmack: Sowohl linierte als auch karierte und Blanko-Notizbücher sind verfügbar; es gibt auch verschiedene Papiervarianten. So bietet Midori ein „Lightweight“-Notizbuch an, das besonders dünne, aber dafür ganze 128 Blätter hat. Auch Stifthalter, EC-Karten-Mäppchen und Klebezettel sind erhältlich. Kalender können in verschiedenen Varianten gekauft werden. Hier ist – auf englisch – eine Übersicht über die Einlagen und das Zubehör zu finden.

Eine Stiftschlaufe scheint nicht zwingend nötig zu sein, da sich Stifte mit Clip ohne Probleme ans äußere Gummiband klemmen lassen und dort auch hinreichend sicher befestigt sind (siehe Titelbild oben).

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Mehrere Notizbücher lassen sich übrigens mittels weiterer Haltegummis im Traveler’s Notebook unterbringen, die es extra zu kaufen gibt („connection bands“, #021). Wie das funktioniert, erklärt dieses Youtube-Video. Da ich noch auf die Lieferung meines Haltegummis warte, muss übers Wochenende ein Gummiband seinen Dienst verrichten.

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Papierqualität

Die gute Nachricht gleich vorweg: Das Papier der Midori-Notizbücher ist füllertauglich. Die Tinte lässt sich äußerst angenehm auftragen und franst nicht aus. Das Papier gibt ein etwas raues Feedback, was dem Traveler’s Notebook ein charakteristisches Gefühl beim Schreiben verleiht. Auch ist die Tinte auf der Rückseite des beschriebenen Papiers nur minimal bis gar nicht sichtbar, doppelseitiges Beschreiben mit Füller ist kein Problem und beeinträchtigt das Lesen nicht im Geringsten.

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Preis und Verfügbarkeit

Das Midori Traveler’s Notebook kostet rund 50 Euro, die Blue Edition rund 60 Euro. Einlagen werden teils fair, teils sportlich bepreist: Das einfache, linierte Notizbuch kostet 4,50 Euro, während für den Wochenkalender knappe 30 Euro aufgerufen werden. Wenn man bedenkt, dass die Papierqualität bei Midori über alle Zweifel erhaben ist und dass es sich um handgefertigtes Leder handelt, dann kann man die Preise durchaus als durchschnittlich bis fair beurteilen.

Die Verfügbarkeit des Midori Traveler’s Notebook könnte besser sein. Während Leuchtturm, Filofax und Co. mittlerweile selbst in kleinstädtischen Papiergeschäften erhältlich sind, bedarf es bei Midori eines etwas glücklicheren Händchens.

Zusammenfassung

Midori schafft mit dem Traveler’s Notebook einen schwierigen und selten zu findenden Spagat: Die Kombination aus der Möglichkeit, Einlagen nach Bedarf zu wählen und trotzdem nicht die gesamte Organisation eines Notizbuchsystems in die Hand nehmen zu müssen. Sowohl die Verarbeitung des Lederbuches als auch die Papierqualität der Einlagen sind über alle Zweifel erhaben und lassen kaum Wünsche übrig. Trotz dieser hochwertigen Verarbeitung und der vielfältigen Benutzungsmöglichkeiten ist das Traveler’s Notebook unglaublich lässig.

Wahrscheinlich ist es gerade der zwanglose und lässige Charakter, der das Traveler’s Notebook von anderen Notizbüchern abhebt und es so begehrenswert macht.

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